Interview mit Pablo Paez zum Projekt BWOW

Hallo Pablo, Du bist bei BELECTRIC verantwortlich für das Projekt BWOW. Um was genau geht es hier?

BWOW steht für „Belectric Way of Working“ und zielt darauf ab, einheitliche und oft neue Arbeitsweisen und Prozesse zu etablieren, um effizienter und smarter zu arbeiten. Smarter bedeutet in diesem Fall, die richtigen Dinge zum richtigen Zeitpunkt zu tun, um das zu liefern, was wir dem Kunden versprochen haben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das klingt nach viel Aufwand, wenn neue Arbeitsweisen in einem kompletten Unternehmen eingeführt werden sollen. Wie gehst Du hier vor?

Wir haben ein Projekt aufgesetzt und nutzen die Salamitaktik – sprich wir nehmen uns Bereich für Bereich vor. Die Vorgehensweise ist hier, den Prozess vom groben Detailgrad beginnend in die Einzelschritte und Teilprozesse zu zerlegen. Der nächste Detaillierungsgrad ist dann die Definition der erforderlichen Standards, Checklisten und Tools, die wir brauchen, um diese Prozesse zu implementieren. Begonnen haben wir mit dem Headquarter in Kolitzheim und der Plan sieht vor, BWOW nach und nach auch in den Auslandsgesellschaften auszurollen.

Welche Abteilungen betrifft BWOW?

Eigentlich alle Abteilungen, nicht nur die 0perativen sondern auch die „enabling functions“. Begonnen haben wir mit dem 3rd Party EPC Prozess, den wir für die Sales-Phase mit dem Team von David Johann und mit den betroffenen Abteilungen nachgeschärft haben. Hier sind bereits alle operativen Prozesse definiert und wir befinden uns in der Trainings- und Implementierungsphase der Sales Prozesse.  Als nächstes folgt dann die kontinuierliche Verbesserung, nachdem wir etwas Erfahrung mit den Prozessen gesammelt haben. Hier wird die Unterstützung von allen Abteilungen auch sehr wichtig sein.

Bis wann ist der BWOW-Prozess im Headquarter implementiert?

Das läuft in mehreren Wellen ab. Der Sales-Prozess für 3rd Party PV EPC Projekte in Europa hat bereits den Status „BWOW ready“ erreicht und es ist geplant, dass ab Oktober alle neuen Projekte nach den neuen Prozessen abgewickelt werden, nachdem alle betroffenen Mitarbeiter geschult sind. Parallel starten wir bereits heute mit der Nachschärfung der Prozesse der Engineering-Phase, z.B. für die Detaildesigns von DC- und AC Engineering. Hier überprüfen wir zunächst die vorhandenen Prozesse, definieren Standards und trainieren die Beteiligten auf die festgelegten Standards. Wir werden ähnlich mit allen Prozessen vorgehen und sie auch im Ausland ausrollen. Somit schaffen wir einen Belectric weiten Standard, den wir kontinuierlich verbessern und adaptieren müssen, weil er nicht perfekt ist aber immer besser werden kann. Das nennen wir „continous improvement“.

Wie ist der Plan für die internationalen BELECTRIC – Töchter?

Geplant ist, bereits in Q1 mit der Implementierung in den ersten Auslandsgesellschaften zu beginnen. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass die Implementierung im Headquarter voll umfänglich erfolgt ist und die Prozesse stabil laufen. Mit dieser Grundlage und den Erfahrungen aus dieser ersten Implementierungsphase können wir dann einfacher im Ausland starten.

Ab wann sollen alle BELECTRIC-Gesellschaften mit BWOW arbeiten?

Geplant ist, dass Ende 2020 alle Auslandstöchter nach den neuen Prozessen arbeiten. Das bedeutet jedoch nicht, dass BWOW damit abgeschlossen ist, sondern es wird uns als kontinuierlicher Verbesserungsprozess begleiten, um noch effizienter zu arbeiten. Sicherlich werden wir auch weiter Anpassungen an den Prozessen vornehmen müssen, wenn sich das Marktumfeld o.ä. ändert. BWOW soll also eine langfristige Aufgabe werden.

Warum ist es wichtig, BWOW so schnell wie möglich überall zu etablieren?

BWOW zielt auf eine einheitliche Arbeitsweise, Routine und auf Performance Management ab. Wenn jeder weiß, was wann zu tun ist und wer für was verantwortlich ist, vermeiden wir damit Ineffizienzen, schließen Lücken im Prozess, erhöhen die Prozesssicherheit und damit die Rentabilität von Projekten. Kein Geld durch interne Prozessschwierigkeiten oder ähnliche Unklarheiten zu verlieren, ist vor allem in unserem Wettbewerbsumfeld mit relativ niedrigen Margen enorm wichtig.

Welche Vorteile hat jeder einzelne Mitarbeiter von BWOW?

Grundsätzlich bedeutet BWOW weniger Stress, weniger Reibungsverluste und weniger Schleifen in der Informationsbeschaffung oder Abstimmung. Jeder Mitarbeiter kann sich auf seine definierten Aufgaben konzentrieren und wird effizienter arbeiten können, was erfahrungsgemäß zu einer steigenden Arbeitszufriedenheit führt.

 

Pablo, vielen Dank für das Gespräch!